Ich und Pokemon Meine Eindrücke zu Pokemon Sovereign of the Skies

Dieser Post soll einfach ein bisschen meine Eindrücke zum Pokemon-Romhack Sovereign of the Skies sammeln und euch ein bisschen was über meine Vergangenheit mit Pokemon erzählen.

the title image of pokemon sovereign in the skies featering the pokemon Latias and Latios


Ich dachte ich schreibe euch zur Abwechslung hier mal nicht über TRPGs, sondern einer anderen Leidenschaft , der ich neben Light Novels auch gerne etwas Raum gebe: Videospiele. Genauer Pokemon.


Ich habe ja so eine Vergangenheit mit Pokemon. Viele tolle Erinnerungen und tolle Leute, die ich über die Spiele kennen lernen durfte. Zumindest auf die “alten” Teile (so alles bis Gen 5 und vielleicht noch 6) blicke ich sehr gerne zurück.

Ich bin gerade irgendwie in der Stimmung eine kleine Geschichte zum Besten zu geben, wenn ihr das nicht lesen wollt geht gerne weiter zu meinen eigentlichen Endrücken zum Spiel Sovereign of the Skies.


Ein bisschen Hintergrund: Ich und Pokemon


Entschuldigt wenn das alles hier vielleicht etwas sentimental wird oder so, aber ich bin grad in Stimmung darüber zu schreiben. Pokemon war ein großer Teil meiner Kindheit muss ich gestehen. Meine Eltern haben mir als ich klein war einen Tribal-Gameboy (den habe ich übrigens immer noch, allerdings stecken die Teile jetzt in der neuen blauen Kyogre-Shell) mit Pokemon Saphir gekauft. Ich habe das Spiel wirklich gemocht. Einer meiner Freunde hatte auch ein Spiel aus der 3. Pokemon Generation, also haben wir uns hier und da ausgetauscht, wenn einer von uns nicht weiter wusste (shoutout an Mario!). Internet war damals noch nicht so verbreitet bei uns. Solche Sachen wie etwa die Braille-Schrift, die im Buch vorkommt mithilfe des Handbuches zu entziffern und dann zu rätseln was es damit auf sich hat.


Ich habe schon einen soft-spot für die 3. Pokemon-Generation kann man sagen. Es folgte eine kleine Obsession mit Pokemon-Spielen, die ich immer mal wieder zusammen mit meinem Bruder spielen sollte. Generation 4 auf dem DS war auch klasse, aber es waren die Generationen 5 und 6, die mich wirklich tief in Pokemon eintauchen sollte. Ich habe mich etwas näher mit den tiefsten Untiefen von Pokemon beschäftigt: Competetive Pokemon. Ich hätte damals wohl nie gedacht wie tief die Mechaniken in Pokemon greifen können. Von Genen, über Wesen bis hin zu Fleißpunkten und Sets gibt es sehr viel zu beachten um seine Pokemon möglichst “perfekt” für das kompetetive Spiel vorzubereiten. Es geht dabei um nichts anderes, als soviel wie möglich der zufälligen Elemente zu entfernen und das Spiel berechenbarer und zuverlässiger zu machen.


Ich habe aber bis heute nur eine ungefähre Ahnung wie man ein richtiges Set bastelt und was “predictions” (also das vorhersehen der Aktionen des Gegners) angeht war ich immer schlecht. Ich war also nie allzu gut im Competetive. Es gibt Leute die haben sich da wirklich sehr eingefunden und eine Wissenschaft daraus machen. Ich meine es gibt sogar Pokemon-Weltmeisterschaften. Dort wird auf einem interessanten und hohen Niveau gespielt. Oder was ich in letzter Zeit auch sehr genossen habe sind sogenannte “Nuzlocke” Challanges. Im Grunde eine Herausforderung, die die Pokemon-Spiele schwieriger machen soll durch bestimmte Restriktionen. Hier ein Link zu Pokewiki, der erklärt worum es dabei geht: https://www.pokewiki.de/Pok%C3%A9mon-Challenges#Nuzlocke

Aber kommen wir mal zurück zu meinen Erfahrungen. Ich hatte mich damals also dann schnell beim Bisaboard angemeldet, dem Forum von Bisafans.de. Beide Seiten gibt es übrigens heute noch. Dort habe ich so viel über Competetive Pokemon lernen können und neue Kontakte geknüpft. Ich hab dann dort meine Dienste als Trainer für Fleißpunkte in einem kleinen Basar angeboten. Waren lustige Zeiten damals und ich habe mit Onel und Yuleiva zwei nette Leute kennen lernen dürfen, die mir auch manchmal außerhalb unseres gemeinsamen Projekts dort weitergeholfen haben. Im Grunde lief das dann so ab: Wir haben einen competetive Pokemon-Komplett-Service angeboten. Yuleiva hatte sich auf das Züchten von Pokemon spezialisiert während ich und Onel uns dann um das Fleißpunkte-Training und das Level-Training gekümmert haben und alle notwendigen Attacken beigebracht haben.


Züchten war damals noch eine wirkliche Wissenschaft für sich, vor allem in Generation 4 und 5. RNG-Breeding meine Freunde. Sagt euch wahrscheinlich nichts, aber ganz grob betrachtet braucht man dafür: ein ausländisches Shiny-Ditto mit perfekten Genen, einen Zuchtvater für die Zucht-Attacken, einen Ewigstein um das korrekte Wesen zu vererben und einen Fatumknoten. Und eine Menge Geduld und eine Menge Resets. Ich erspare euch hier die Details wie (pseudo-)RNG in Pokemon funktioniert. Nur soviel man braucht einen Timer und etwas Glück. Sollte euch das Thema mehr interessieren hat die Smogon-University ein Writeup dazu (english): https://www.smogon.com/ingame/rng/bw_rng_part1


Das Training, das ich gemacht habe, war dabei eher monoton und ging darum die Fleißpunkt für einen bestimmten Wert zu erhöhen, in dem man immer und immer wieder das gleiche Pokemon zu besiegen. Für die maximalen Fleißpunkte zwischen 21 und 26 der gleichen Pokemon. Das Level-Training war dann einfach nur ein einziger Grind. Dann nur noch Attacken lernen und Belohnung kassieren. Für das Training gabs meist nützliche Sachen ala Sonderbonbon, AP-Top oder ähnliches. Bei großen Aufträgen war auch schon mal ein Event Pokemon drin. Mit meiner Kollegen Yuleiva habe ich dann immer ein gezüchtetes Pokemon für mein Training getauscht. Ich glaube die ganzen Pokemon liegen jetzt auf Pokemon-Bank….


Irgendwann konnte ich mich aber nicht mehr mit der Richtung die Pokemon einschlug anfreunden. Ab Generation 7 hat mich das Franchise durch komische Entscheidungen, zu krasse Vereinfachungen und Streichung von tollen Features (RIP Kampfzone) einfach verloren. Ich mag das Franchise aber immer noch, aber das Moderne Pokemon ist nicht das was ich will. Gut, dass es eine sehr lebhafte Modding-Community vor allem für die alten GBA und DS-Teile gibt, die meinen Durst nach “Oldschool”-Pokemon befriedigen können. Wobei die Hacks auch viele der guten Dinge aus den neuen Generationen (etwa die Unterscheidung von physischen und speziellen Angriffen) in den alten Stil portiert. Danke an die tollen Menschen, die das möglich machen.


Eindrücke zu Pokemon Sovereign of the Skies


Das bringt uns auch sehr schön zu Pokemon Sovereign of the Skies. Einem “Romhack” auf Basis von Pokemon Smaragd. Wobei Romhack finde ich fast nicht weit genug geht. In diesem Spiel wurde ja sehr viel geändert, aber das grundsätzliche Prinzip von Pokemon bleibt erhalten. Die Seite des Spiels verschafft euch einen schönen Überblick über den Stil des Spiels: https://sots.karathan.at/ und der Forenthread bei Pokemon-Community gibt euch mehr Informationen zum Spiel selbst. Leider habe ich den Thread selber nicht genau genug gelesen und übersehen, dass es “nur” eine Beta ist bisher und man nur die ersten 3 Embleme und Prüfungen meistern kann. Was auch sehr cool an dem Hack ist: Es ist einer der wenigen den es auf deutsch gibt.


Das Spiel hat mir von Anfang sehr zugesagt von seinem grafischen Stil. Es wirkt alles sehr schön und mit bedacht gemacht. Die Routen und Städte haben alle einen eigenen Stil und man merkt die Designer haben eine Menge Arbeit investiert jede der Städte unterschiedlich in Szene zu setzen. Die asiatische Stadt auf einem Berg sieht dabei anders aus als eine moderne Metropole im Westen der Insel. Die Geschichte selbst ist von dem was ich bisher sehen konnte ganz gut. Auf alle Fälle besser als die normale Pokemon-Geschichte, aber ein finales Urteil kann man erst fällen, wenn sie vollständig ist.


Etwas dass mir sehr gut gefallen hat sind die Sachen, die sich um das Gameplay drehen. Die Entwickler haben hier interessante Ideen einfließen lassen, was die Oberwelt angeht. Das grundsätzliche Kampfsystem von Pokemon bleibt aber mit allen Annehmlichkeiten erhalten. So hat das Spiel die zuvor angesprochene Trennung von physischen und speziellen Attacken, Mega-Entwicklungen und die Attacken, Pokemon und Fähigkeiten bis Generation 7. Aber abseits davon hat sich viel getan in der Oberwelt. Man hat im Spiel viele Sachen einfacher gestaltet. Man braucht so zum Beispiel keine Versteckten Maschinen um zu surfen oder Steine zu verschieben.


Und die Schreine, die einen nach jeder der Prüfungen durch einen der Hüter erwarten sind etwas besonderes. Man muss jeden dieser Schreine betreten um die Energie, die dort haust. Sie erinnern so ein bisschen (aber auch eher entfernt) an die Prüfungen, die man vielleicht aus The Legend of Zelda kennt. Die Embleme, die man dabei von den Hütern erhält schalten dabei eine Kraft frei mit der man das Rätsel lösen kann. Die Rätsel selbst waren echt erfrischend für ein Pokemon-Spiel, aber ich habe eine eher geringe Frust-Toleranz was lange Rätsel-Dungeons angeht. Ich hatte so leichte Flashbacks an Cross Code, wo mich die überlangen Rätsel auch gerne nervten. (Spielt Cross Code es ist ein Klasse Spiel!). Die Mechaniken sind aber an und für sich klasse und was neues in einem Pokemon-Spiel. Ich hätte mir nur gewünscht, das in den Ruinen weniger Pokemon auftauchen. Ihr glaubt gar nicht wie frustrierend es ist alle paar Schritte von Pokemon angegriffen zu werden. Klar könnte man das mit Schutz lösen, aber der kostet Geld und das ist im Spiel schon mal ein Problem. Vor allem bräuchte ich eine Menge davon so wie ich durch die Ruinen irrt…

Eine andere Sache, die ganz nett ist, ist dass man seinen Schwierigkeitsgrad frei wählen kann. Man kann sich zwischen Einfach, Normal und Schwierig entscheiden. Einfach ist dabei der Modus, wenn man einfach die Geschichte genießen möchte. Normal ist laut den Entwicklern ein Modus der schwerer ist als ein normales Pokemon-Spiel und dann Schwierig für die Leute, die eine Herausfoderung suchen. Ich habe “Normal” gewählt.


Dem Schwierigkeitsgrad ist durchaus machbar, aber die Spitzen grenzen schon fast ans Unfaire. Im Gesamten scheinen die Gegner fair zu sein, die Trainer auf dem Weg zu den einzelnen Städten sind durchaus machbar. Die Kämpfe gegen Team Tundra (das böse Team dieses Spiels) und die einzelnen Hüter sind aber sehr knackig. Nicht nur knackig ich will fast schon sagen am Anfang unfair. Ich verstehe man will die besonderen Gegner schwierig gestalten will, aber vielleicht hätte man es für die ersten zwei Embleme etwas leichter gestalten können. Die Hüter haben vielleicht nicht die besten Pokemon, aber deren Sets haben gute Attacken und eine sehr gute fast schon competetive Coverage. Das Bibor der ersten Hüterin zum Beispiel hat mich schon extrem geärgert. Es ist etwas frustrierend wenn die Gegner einfach Zugriff auf Attacken haben, die ich selbst nicht haben kann. Vielleicht war aber meine Teamkomposition einfach nicht so toll. Ich hatte einfach viele Sachen dabei, die sich erst spät entwickeln. Auch habe ich den Fehler gemacht wichtige Dinge, wie das Münzamulett und den Evolith erst sehr spät einsammelte. Die Herausforderung macht durchaus Spaß und ich denke hinten raus sollte das Spiel sogar eher leichter werden, da man dann selbst Zugriff auf gute Pokemon mit tollen Attacken haben kann. Man könnte dann auch mit etwas Fleißpunkte-Training nachhelfen. Ich denke ich hätte einige Sachen einfach mit mehr Vorbereitung besser machen können.


Das Grinding gestaltet sich in dem Spiel, zumindest wenn man ein volles 6er-Team hat wie ich nicht ganz so einfach. Das Spiel hat das System für die Erfahrungspunkte ab Generation 5 übernommen. Bedeutet: Ist ein Pokemon vom Level her stärker als das eigene erhält man mehr Erfahrungspunkte. Ist das eigene Pokemon stärker, erhält man weniger. Das heißt, dass man zwar stärker werden kann, aber das Leveln vor einem Hüter sehr langwierig werden kann. Auch hier hilft es sicher nicht wenn ich einem vollem Team antritt. Ich hätte mir eine Mechanik gewünscht, mit der ich die Trainer nochmal herausfordern kann. Hätte das Grinding erleichtert. Aber vielleicht ist das ja für später geplant.


Das wars dann von mir für diesen Post. Vielleicht bringe ich euch bei Interesse mehr Sachen zu Pokemon. Lasst es mich wissen wenn ihr mehr sehen wollt.